Mindestens acht Gruppen europäischer Verbraucherorganisationen haben Google beschuldigt, Nutzer zu täuschen und dem Unternehmen zu erlauben, deren Standort zu verfolgen. Darüber hinaus reichen diese Verbände Beschwerden gegen den Technologieriesen nach den neuen, recht strengen EU-Datenschutzgesetzen ein.
Die Beschwerden wurden durch einen Bericht des norwegischen Verbraucherrates über das Standortverfolgungssystem von Google ausgelöst, das für Nutzer von Android-Smartphones verpflichtend ist.
Obwohl das Problem bereits seit einiger Zeit besteht, verschärfte es sich in diesem Jahr, nachdem Europa im Mai die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verabschiedet hatte, die Geldstrafen von bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes vorsieht.
Die „norwegischen Wächter“ berichteten zudem, dass Google Nutzer dazu verleitet, ihren Standort mit dem Unternehmen zu teilen. Zu den üblichen Taktiken von Google gehören die „versteckte Standardeinstellung“, die Bereitstellung ungenauer Informationen für den Verbraucher über die Verwendung der gesammelten Daten und wiederholte Aufforderungen zur Aktivierung der „Standort“-Funktion. Darüber hinaus werden Nutzer gezwungen, die Standortverfolgung zu aktivieren, wenn sie den Google Assistant nutzen möchten.
Gemäß der neuen DSGVO-Richtlinie erhält der Verbraucher eine gewisse Kontrolle über seine persönlichen Daten. Die unethischen Praktiken von Google verstoßen jedoch gegen die Regulierungsbehörde, und falls das erforderliche DSGVO-Einverständnis nicht vorliegt, könnte Google mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen.
Auf Anfrage wies ein Google-Sprecher die Vorwürfe zurück und stellte klar, dass der „Standortverlauf“ auf allen Android-Telefonen standardmäßig deaktiviert sei und Nutzer ihn jederzeit bearbeiten, pausieren und löschen könnten.
Der Sprecher machte jedoch auch deutlich, dass die standortbezogenen Daten der Nutzer für das Unternehmen von Vorteil seien und die Informationen zur Verbesserung der Nutzererfahrung bei Google verwendet würden.
Zu den Verbänden, die die Beschwerde gegen Google einreichen, gehören die VZBV-Gruppe aus den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Polen, Dänemark, Griechenland, Slowenien, Schweden und Deutschland.

